Klassiker der Weltliteratur – das klingt nach altmodisch aussehenden Taschenbüchern, die man in der Schule lesen muss aber nicht will, und die schon alt waren, bevor man überhaupt auf der Welt war. Das klingt nach der Ecke im Buchladen, in der sich nie jemand aufhält.
Nichtsdestotrotz kenne ich mittlerweile viele Menschen, die diese Bücher freiwillig, ja sogar gerne lesen. Was für manche unverständlich ist, ist für andere kultureller Genuss. Ein Argument gegen die betagten Klassiker, das ich sehr oft höre, ist folgendes: “Warum sollte ich das lesen? Das ist so alt und überhaupt nicht mehr zeitgemäß, das betrifft mich doch alles gar nicht mehr.”
Stimmt. Trotzdem: Na und? Ist nur das Neue interessant? Kann man aus dem Alten nichts lernen? Ist es nicht vielleicht auch mal interessant, die Sprache früherer Zeiten kennenzulernen, die Denkweise der Menschen damals zu erleben, einen Hauch dieser vergangenen Zeit zu spüren?
Und ändern sich gewisse menschliche Eigenschaften denn überhaupt? Gibt es nicht Themen, die immer aktuell sein werden?
Ich lese gerne Klassiker. Ich bin der Meinung, ein richtig gutes literarisches Werk wird nicht alt, außer vielleicht an Jahren.
Aber wird nicht auch guter Wein mit den Jahren immer besser?