Nicht aufhören!

Durch manche Bücher quält man sich, andere kann man nicht beiseite legen. Gehört das soeben zu lesende zu letzterer Gattung, hat man bisweilen ein ziemlich großes Problem. Oder gleich mehrere Probleme:

1) Man müsste andere wichtige Dinge tun, liest statt dessen aber.
2) Menschen möchten mit einem reden, tun es vielleicht auch, doch man hat schlussendlich nicht einmal registriert, dass jemand etwas gesagt hat.
3) Man legt das Buch beiseite, kreist gedanklich aber weiter um die Handlung … alles, was man tut, geht schief.
4) Man möchte abends ins Bett gehen, kann sich aber nicht von besagtem Buch lösen … Schlafmangel ist die Folge.
5) Man vergisst zu essen und wundert sich irgendwann über Magenschmerzen.

Diese kleine Liste kann man bestimmt noch ergänzen.
Gute Bücher sind eben gefährlich. 😉

Literatur und andere schöne Dinge

Schöne Dinge passen sehr gut zu Literatur, da diese ja auch (meistens) schön ist.
Ich gebe mal ein Beispiel: Ein gutes Buch lässt sich vorzüglich in Kombination mit einem Glas Wein genießen, im Idealfall abends auf der Terrasse oder dem Balkon. Ein paar hübsche Blumen oder ein schattiger Baum schaden auch nicht.
Im Winter passen eine Tasse Tee und Plätzchen hervorragend dazu, sowie das Lieblingssofa und die Lieblingskuscheldecke. Musik als Untermalung ist auch eine gute Idee; vielleicht findet man sogar Musik, die zum Buch passt. Hier eignen sich beispielsweise Filmsoundtracks oder klassische Musik.

Am Allerwichtigsten sind nun noch Zeit und Ruhe, damit man sich auch ganz in seinem Buch verlieren kann …

Gefesselt II

Leider hat man oft nicht die Zeit, sich von einem Buch so richtig fesseln zu lassen.

Ständig wird man von anderen gestört oder muss noch dies und das erledigen, bevor man sich mal ein paar Minuten Zeit zum Lesen nehmen kann. Oft hat man diese wenigen Minuten dann kurz bevor man sowieso ins Bett gehen muss; das heißt, man kommt mit seinem Buch auch nicht wirklich voran. Gelegentlich schläft man auch nach 3 Seiten einfach ein und weiß beim Aufwachen gar nicht mehr, was man eigentlich gelesen hat.

Leider funktioniert das Sich-von-einem-Buch-fesseln-lassen so leider nicht. Man braucht dafür Zeit und Ruhe, sowie die Möglichkeit, auch mal geistig abschalten zu können. Ideal hierfür sind verregnete Wochenenden oder Urlaub …

Gefesselt

Ein richtig gutes Buch fesselt den Leser. Man klammert sich an den Seiten fest, blättert immer schneller um und ignoriert seine Umwelt. Die armen Mitmenschen müssen einen mehrmals ansprechen, bevor man überhaupt reagiert.

Doch selbst wenn man gerade nicht liest, lässt einen dieses Buch nicht los. Man denkt ständig über die Geschichte nach und dreht besonders schöne Sätze im Geiste hin und her. Man versucht die Charaktere zu verstehen oder identifiziert sich mit ihnen.

Wenn man das Buch irgendwann ausgelesen hat und es beiseite legt, geschieht dies nicht selten mit einer gewissen Wehmut. Vielleicht mag man nicht gleich ein anderes Buch beginnen. Vielleicht denkt man auch noch einige Tage lang über die Geschichte und ihr Ende nach.
Wenn es ein richtiges gutes Buch war, begleitet uns der Nachhall dieser Geschichte noch über Jahre. Weder vergessen wir die Charaktere noch die Schauplätze. Und irgendwann nehmen wir dieses Buch wieder zur Hand und lesen es erneut, und es begeistert und genauso wie beim ersten Lesen.

Lesen und Essen

Ich gebe es zu: ich lese oft während des Essens, vor allem, wenn ich dabei keine Gesellschaft habe. Ernährungswissenschaftler raten aus nachvollziehbaren Gründen davon ab, ich rate trotzdem dazu, es zu tun: 😉

  1. Man beschäftigt den Kopf und langweilt sich nicht.
  2. Man muss keine weiße Wand anstarren, während man monoton vor sich hin kaut.
  3. Man fühlt sich nicht einsam und verfällt somit auch nicht in Depressionen …
  4. Man kann mal für ein paar Minuten geistig abschalten.
  5. Man schafft es endlich, mit den angefangenen Büchern weiter zukommen, auch wenn man sonst wenig bis gar keine Zeit zum Lesen hat.

Ich habe – trotz chronischen Zeitmangels – in letzter Zeit einige Bücher gelesen, eben weil ich meine Essenszeit produktiv genutzt habe. 😉