Über das Schreiben von Kurztexten IV

Gedichte – typische Kurztexte – können richtig gemeine Biester sein. Sie sind oft unheimlich schwer zu schreiben, sogar dann, wenn sie sich nicht reimen sollen. Jedes Wort muss passen, muss an der richtigen Stelle sitzen, damit es gut klingt, damit der Rhythmus passt, damit Atmosphäre entsteht.
Dieses Problem hat man in einem deutlich geringeren Ausmaß, wenn man längere Texte schreibt. Hat man mehr Wörter zur Verfügung, ist es auch nicht so schlimm, wenn eines davon nicht perfekt in den Text passt.

Trotz allem schreibe und lese ich gerne Gedichte. Sie fangen Situationen ein, kurze Begebenheiten, Gefühle, in einem Maße, wie man es nicht oft in längeren Texten findet. Gedichte können wunderbar ohne Handlung auskommen. Dafür vermitteln sie oft einzigartige Stimmungen.

Gewagt, gewagt …

Gestern habe ich es gewagt und ein Gedicht beim Jokers Lyrikpreis eingereicht. Jetzt heißt es nur noch warten, bis das Ende der Einsendefrist erreicht ist und die Jury die Beiträge gesichtet hat.

Das Gedicht ist vor einigen Tagen spontan entstanden und wurde von mir auch nur wenig überarbeitet; es gefiel mir auf Anhieb (fast) so, wie es war.

Es trägt übrigens den Titel „Fliegen?“.

Schlechte Stimmung

Besagte schlechte Stimmung verbreite nicht ich, sondern der Buchmarkt leidet darunter. Es werden nicht mehr so viele Bücher verkauft, wie es die Läden gerne hätten. Der e-Book Markt sei schuld daran, klagen die einen, ein großer nicht namentlich genannter Internet-Versandhändler sei die Ursache, jammern die anderen.

Vielleicht sind die Menschen in den letzten Monaten auch nur endgültig verdummt, verführt vom Berieselungs-TV, bei dem man sein Hirn nicht bemühen muss …

Genug der Ironie. Ein wesentlicher Grund für die Unzufriedenheit des Buchhandels liegt wohl an einem Überangebot von Läden bzw. Ladenfläche. Die großen Ketten haben im Laufe der letzten Jahre immer mehr und immer größere Filialen eröffnet, doch die Kunden kaufen deshalb nicht mehr; sie verteilen sich nur weitläufiger auf die einzelnen Geschäfte. Das Zauberwort heißt nun: Ladenfläche reduzieren. Wir dürfen uns also wohl auf eine räumliche Veränderung unserer Buchläden einstellen.

Meine persönliche Erfahrung zeigt jedenfalls, dass viel gelesen wird; gehe ich am Wochenende in einen Buchladen, ist er vollgepackt mit bibliophiler Kundschaft. Die Schlangen reichen mehrere Meter weit von der Kasse bis zu den Regalen, vor allem in der Weihnachtszeit. Da stand ich auch schon mal bis zu 15 min an, um ein Buch zu bezahlen. Viele Kunden tragen nicht nur ein einziges Büchlein zur Kasse, nein, sie schleppen einen Stapel mit 3 bis 5 Büchern an, darunter Bildbände und gebundene Bücher.

Deutschland – kein Land mit zu wenigen Lesern, aber vielleicht mit zu vielen Buchläden?

Halbschlaf

Manchmal, wenn ich abends noch ein bisschen wach liege, kommen mir Ideen für neue Texte. Manchmal sind es einzelne Sätze, manchmal ganze Anfänge oder Enden, die sich in meinem Kopf formen.
Leider, leider gleite ich dann meistens ziemlich schnell in einen Dämmerzustand hinüber, nicht mehr wach, aber auch noch nicht schlafend. Stets nehme ich mir vor, mir meine Ideen bis zum nächsten Morgen zu merken und sie dann zu notieren.

Wache ich allerdings am nächsten Morgen auf, sind alle schönen Worte des letzten Abends verschwunden …
… und ich kann mich meistens an nichts mehr erinnern …