Nicht aufhören!

Durch manche Bücher quält man sich, andere kann man nicht beiseite legen. Gehört das soeben zu lesende zu letzterer Gattung, hat man bisweilen ein ziemlich großes Problem. Oder gleich mehrere Probleme:

1) Man müsste andere wichtige Dinge tun, liest statt dessen aber.
2) Menschen möchten mit einem reden, tun es vielleicht auch, doch man hat schlussendlich nicht einmal registriert, dass jemand etwas gesagt hat.
3) Man legt das Buch beiseite, kreist gedanklich aber weiter um die Handlung … alles, was man tut, geht schief.
4) Man möchte abends ins Bett gehen, kann sich aber nicht von besagtem Buch lösen … Schlafmangel ist die Folge.
5) Man vergisst zu essen und wundert sich irgendwann über Magenschmerzen.

Diese kleine Liste kann man bestimmt noch ergänzen.
Gute Bücher sind eben gefährlich. 😉

Mein Freund Richard

Es war wohl die Sensation der letzten Wochen – zumindest für Historiker und Literaten. Das Skelett, das man unter einem Parkplatz in Leicester gefunden hatte, ist anscheinend wirklich Richard III. – umstrittener englischer König des Mittelalters und Titelheld einer von Shakespeares Historien.

Im gleichnamigen Stück wird er als grausames Monster dargestellt, wohingegen einige  Geschichtswissenschaftler sagen, er sei ein aufgeklärter Monarch gewesen.

Begraben wurde Richard III. wohl in einer Kirche in Leicester, nachdem er in einer Schlacht gefallen war. Aus der Kirche wurde irgendwann besagter Parkplatz, unter dem man das Skelett fand. Erstens Indiz für dessen Indentität war der krumme Rücken – Richard soll missgebildet gewesen sein – sowie die Eintrittswunde einer Pfeilspitze. Endgültig sicher konnte man erst nach einer DNA-Analyse sein: Die DNA des Skeletts wurde mit der DNA eines heute lebenden Nachkommens des Königs verglichen; das Resultat war positiv.

Begraben wird der Gute wohl wieder in Leicester; auch wenn die meisten anderen Könige in der Westminster Abbey in London ihre letzte Ruhe fanden.

Auch wenn man das Rätsel um seinen wahren Charakter vielleicht nie lösen wird, ist es doch ein Glücksfall, dass die sterblichen Überreste einer der schillerndsten Monarchen Englands endlich gefunden wurden.

Links und so

Ich surfe zu viel im Netz, das habe ich bereits erwähnt. Besonders gerne lese ich natürlich Artikel, die etwas mit Literatur zu tun haben. Ich gebe sie auch sehr gerne weiter, weshalb ich euch jetzt hier mit Links überfluten werde. 😀 Aber Achtung: die Artikel sind auf Englisch.

1) Wörter, die wir William Shakespeare verdanken
2) Neues über Shakespeares „Dark Lady“
3) Die besten Beleidigungen der Literaturgeschichte

Viel Spaß beim Lesen!

 

Schreibwettbewerbe 2.0

Im Netz zu surfen ist gefährlich. Man entdeckt so unendlich viele Schreibwettberbe, an denen man teilnehmen könnte. Nicht, dass man nicht auch anderes zu tun hätte. 😉

Hier für alle evtl. Interessierten:

Federleicht veranstaltet einen Schreibwettbewerb mit Einsendeschluss 30.04.2013. Es gibt mehrere Kategorien, die meisten sind nicht themengebunden und man darf teilweise mehrere Beiträge pro Kategorie einreichen.

Der Verlag Thorsten Low hat einen Wettbewerb für phantastische Kurzgeschichten ausgeschrieben, Einsendeschluss ist der 30.06.2013. Thema: Dunkle Stunden.

 

Warum brauchen wir einen Schurken in unseren Texten?

Gute Frage.

Schurken sind unsymphatisch, ärgern unseren Helden und sind doch eigentlich völlig überflüssig – ohne sie hätte niemand Probleme. Genau das. Eine langweilige Geschichte wäre das, in der niemand Probleme hat oder Konflikte lösen muss. Diese Geschichte müsste man nicht schreiben, weil es nichts zu schreiben gäbe.

Der Bösewicht motiviert unseren Helden, er ist quasi der Grund für sein Handeln. Der Bösewicht macht den Helden erst zum Helden. Ohne ihn wären ja alle glücklich und zufrieden, der Held wäre also arbeitslos.

Der Bösewicht bringt die Geschichte ins Rollen, löst einen Konflikt aus. Er ist der Gegenspieler zum Guten, er kontrastiert ihn.

Halt! werden jetzt vielleicht einige rufen. In modernen Texten gibt es oft gar keinen Schurken mehr. Richtig. Hier sitzt der Schurke oft in uns selbst. In modernen Texten kämpfen die Hauptfiguren oft gegen sich selbst, oder zumindest einen Teil ihres Selbst. Zweifel und Ängste. Komplexe. Schlechte Eigenschaften. Die Bösewichte sind immer noch da, nur ein wenig verinnerlicht. Psychologisch interessanter. Verschwunden sind sie nicht – sonst hätten wir ja keinen Konflikt, also auch keine Handlung …