Mary Shelley: Frankenstein

Ein Klassiker. Jeder weiß ungefähr, worum es geht, kennt die alten Filme oder zumindest Ausschnitte davon und ist sich sicher, dass es sich um eine Horrorgeschichte handelt.

Ich sage, nein, es ist kein Horrorroman. Ich behaupte, es geht nicht darum, beim Lesen ein wohliges Schaudern zu empfinden und sich angenehm zu gruseln, sondern um ethische Fragen, die auch heute noch aktuell sind. Frankenstein erschafft sein Monster (wretch im Englischen), ohne sich vorher Gedanken darüber zu machen, was mit dem Wesen geschieht, sollte es wirklich leben. Er lässt das Wesen allein in einer Welt, die ihm fremd und nicht wohlgesonnen ist, empfindet sogar Abscheu vor dem, das er geschaffen hat. Aus einem wissenschaftlichen Experiment wurde eine Kreatur, die denkt und fühlt. Der Wissenschaftler Frankenstein hat wahrscheinlich nur die Möglichkeit, Leben zu schaffen, gesehen, sich aber keine Gedanken über die Konsequenzen gemacht. Er war mit dem realen Wesen überfordert und hat sich seiner Verantwortung entzogen. Es dürfte ein leichtes sein, dies auf die heutige Wissenschaft zu beziehen.

Somit war das Verhalten Frankensteins auch das, was mich am meisten zum Grübeln angeregt hat. Teilweise kam er mir dumm und naiv vor, aber auch verantwortlungslos. Ein Wissenschaftler, der wissen und forschen möchte, es aber nicht schafft, über den Tellerrand seiner Gedanken zu blicken. Jemand, der erst handelt, bevor er denkt und nicht wirklich über seine Position in der ganzen Situation nachdenkt. Für mein Empfinden hat Frankenstein bemerkenswert selten über sein eigenes Verhalten reflektiert, aber viel über sein Leiden gejammert.

Das fand ich viel gruseliger als das Monster selbst.

Sammelsurium

Die Kurzgeschichte, zu der ich in Cornwall inspiriert wurde, ist noch nicht geschrieben. Sie bleibt in meinem Kopf zwecks späterer Verwendung.

Bisher habe ich die Herbstferien dazu genutzt, mich schreiberisch im Horror-/Schauerbereich zu bewegen. Enstanden ist eine ca. 5 Seiten lange Kurzgeschichte zum Thema „Horror bei Nacht“, die für eine Ausschreibung des Alea Libris Verlags gedacht ist.

Leider habe ich von den letzten Ausschreibungen, an denen ich teilgenommen habe, keine positive Rückmeldung bekommen. 🙁 Man kann ja leider nicht immer gewinnen …

Passend zu meiner neuen Kurzgeschichte habe ich mich letztens der Lektüre von Mary Shelleys zeitlosem Klassiker Frankenstein or The Modern Prometheus gewidmet. Hierzu werden in Kürze noch einige Gedanken folgen.

Außerdem läuft gerade die Frankfurter Buchmesse, von der ich mir auch noch einige neue Impulse erhoffe.