„Die Honigtöchter“ von Cristina Caboni

Den Roman habe ich mir vor ein oder zwei Jahren in der Buchhandlung bei uns im Dorf mitgenommen. Ich hatte einen Gutschein zum Geburtstag bekommen und stöberte mich durch das Angebot.

Angesprochen hatte mich das – meiner Meinung nach – sehr schön gestaltete Cover: Helle, fröhliche Farben, Blüten, Zitronen und ein leuchtend gelber Honigpot in der Mitte sind auf dem Umschlag zu sehen. Auch der Klappentext gefiel mir gut, da er nach einer romantischen Liebesgeschichte vor schöner Kulisse (Frankreich, Sardinien) klang.

Tatsächlich ist der Roman mehr als nur Liebesgeschichte, da es auch darum geht, wie man mit der Vergangenheit abschließen kann, sich selbst verwirklicht oder Vertrauen zu anderen aufbauen kann. Besonders die wirklich idyllischen Landschaftsbeschreibungen sind traumhaft, da sie die Insel Sardinien, wo der größte Teil der Honigtöchter spielt, wirklich vor dem inneren Auge entstehen lassen. Nett fand ich es außerdem, dass jedes Kapitel mit einer kurzen Information zu einer anderen Honigsorte anfängt – Bienen und Honig sind (wie der Titel schon sagt) eines der großen Themen im Roman.

Was mich etwas gestört hat, waren die teilweise doch sehr kitschigen Passagen, wenn es um die Beziehung der Hauptfigur zu ihrem Angebeteten ging. Für mich war es manchmal einen Ticken zu viel, wenn ständig von Dingen wie „schicksalshafter Liebe“ oder „dem fehlenden Teil der eigenen Seele“ (sinngemäß) gesprochen wird.

Wen einige süßliche Passagen nicht stören, der findet in den Honigtöchtern einen gut und leicht zu lesenden Schmöker, der die Lebenslust des Südens und ganz viel Urlaubsfeeling heraufbeschwört.

„La bibliothécaire“ von Gudule

Leider scheint es dieses – meiner Meinung nach sehr charmante – Kinderbuch nur auf französisch zu geben, was ich sehr schade finde und auch nicht ganz nachvollziehen kann. 🙁

Die phantastische Geschichte rund um die Hauptfiguren Guillaume und Ida, die auf der Suche nach einem geheimnisvollen Zauberbuch durch mehrere bekannte Werke der Weltliteratur reisen, macht beim Lesen einfach Freude. Das Buch ist gut verständlich geschrieben und wer des Französischen mächtig ist, kann sich ja einfach mal an die Geschichte herantrauen. Auch wenn das Buch für junge LeserInnen ab 10 Jahren gedacht ist, ist es keinesfalls platt oder simpel.

Auf das Buch gebracht hat mich übrigens eine liebe Studienkollegin, die es schon vor längerem gelesen und für gut befunden hat. 🙂 Danke, liebe Birgit, für den tollen Tip!

Ist nicht schon das Cover herrlich bunt? 🙂

„On the road“ von Jack Kerouac

Nun ja. Irgendwie hat mich dieses Buch ratlos zurück gelassen.

Ich bin überhaupt nur auf das Werk gestoßen dank einer dieser Listen im Netz à la „50 Bücher, die man gelesen haben muss“ oder so ähnlich. Vorher sagte mir das gar nichts. Es klang interessant, also schwups! bestellt und angefangen zu lesen.

Nun ja. Irgendwie hat es sich gezogen wie Kaugummi.

Ich kann auch gar nicht genau sagen, worum es eigentlich geht. Der Ich-Erzähler Sal Paradise (was ein Name …) und sein bester Freund Dean Moriarty führen ein Leben geprägt von Alkoholexzessen, Frauen und schlaflosen Nächten. Häufig trampen sie alleine oder mit mehreren durch die Vereinigten Staaten oder durchreisen den Kontinent in mehr oder weniger vertrauenswürdigen Autos.

Zitat aus der aktuellen Zeit Literatur: „Es gibt Bücher, die sollte man als Teenager lesen und danach nie wieder. […] Es sind die Bücher von Hermann Hesse und Jack Kerouac, Bücher, die von Freiheit und Selbstbestimmung handeln und von der Idee eines authentischen Lebens. Die Rücksichtslosigkeit, mit der diese Ideale dort verfolgt werden, wirkt für viele jugendliche Köpfe inspirierend und ist für viele ältere Köpfe kindisch.“

Vielleicht bin ich 20 Jahre zu alt für dieses Buch, ich weiß es nicht.   Ja, ich finde die Hauptfiguren (Wer ist eigentlich die Hauptfigur? Sal oder Dean?) kindisch und verantwortungslos. Sie treiben durch ihre Geschichte ohne Sinn und ohne Ziel, haben nie Geld, stecken ständig in Schwierigkeiten und treten, was ihre Entwicklung betrifft, gefühlt auf der Stelle. Aus der großen Freiheit machen sie irgendwie nichts. Selbstbestimmung? Dazu gehört für mich planvolles Handeln, und das lassen die Figuren nicht erkennen.

Ich fand das Buch nicht schlecht. Die Sprache ist schön und der Autor erzeugt sehr ansprechende Bilder und beschreibt stimmungsvoll Landschaften und Stimmungen. Aber mehr wie eine Stimmung hat das Werk bei mir nicht hinterlassen. Die Figuren und ihr Leben bleiben, für mich zumindest, seltsam distanziert. Über dem Klappentext ist ein Zitat von Bob Dylan abgedruckt, dass dieses Buch sein Leben verändert habe. Meinem Leben hat es eine Stimmung hinterlassen, die wohl schnell wieder verfliegt.

„Matilda“ von Roald Dahl

Nach Matilda habe ich am Wochenende gegriffen, weil ich etwas leichtes, lustiges lesen wollte. Ich habe das Buch in der englischen Original-Ausgabe zu Hause stehen.

Matilda ist eine skurrile Geschichte um ein kleines, sehr intelligentes Mädchen, das sich an den schrecklichen Erwachsenen in ihrem Leben auf humorvolle und gewitzte Art und Weise rächt. Die Geschichte ist (auch auf Englisch) sehr leicht und schnell zu lesen und eignet sich meiner Meinung nach auch wunderbar für Englisch-Lernende. Man kann das recht dünne Buch mal „eben so zwischendurch“ weg inhalieren, wenn man möchte. Trotzdem ist die Geschichte alles andere als doof und flach. Natürlich muss einem bewusst sein, dass es ein Kinderbuch ist und dementsprechend nicht sonderlich komplex erzählt wird.
Spaß machen vor allem die seltsamen Figuren, welche die Geschichte bevölkern. Sprechende (und teilweise sehr treffende) Namen haben sie außerdem – das kennt man ja schon von Harry Potter.

Fazit: Kann man gut – natürlich auch mit Kindern – lesen und sich herrlich darüber amüsieren. Danach kann man sich noch vors Heimkino packen und sich die zauberhafte Verfilmung aus den 1990ern anschauen.

Corona-Zwangspause

Wir befinden uns in der Corona-Zwangspause. Ein guter, wenn nicht sogar sehr guter Grund, diesen Blog zu reaktivieren. Mein letzter Beitrag stammt aus dem Jahr 2018, ist also ziemlich lange her. Ich werde diesen Blog jetzt vor allem dafür nutzen, etwas über die Bücher zu schreiben, die ich in nächster Zeit lesen werde. Vielleicht werde ich auch über Bücher schreiben, die ich schon vor längerem gelesen habe, besonders gerne mag oder gar nicht leiden kann. So genau weiß ich das noch nicht. Meine Hoffnung ist, vielleicht irgendjemanden zum Lesen zu motivieren. Damit beschäftigen sich viele von uns sowieso viel zu selten.

Möglicherweise werde ich über sehr bekannte, aber auch sehr unbekannte Bücher schreiben. Mein SuB (Stapel ungelesener Bücher) ist groß, da #Bücherhamstern in unserem Haushalt schon lange die Regel ist, wir aber nicht immer gleich zum Lesen kommen. Das bedeutet, wer jetzt nach Infos zu Büchern auf den momentanen Bestsellerlisten lechzt, ist hier (zumindest teilweise) falsch. I’m way behind on my reading. Außerdem lese ich querbeet. Also alles. Vom Frauenroman (selten) über Krimis (noch seltener) bis hin zu Fantasy (yeah!) oder Klassikern (immer wieder) findet man bei mir alles. Cope with it.

Enjoy! 🙂