„Die vierte Braut“ von Julianna Grohe

Märchen meets Germany’s next Topmodel – der perfekte Slogan um diesen Roman zu beschreiben!

Die 19jährige May, die sich nach dem Tod der Eltern um ihre kleinen Geschwister kümmert, gerät ungewollt als Teilnehmerin mitten hinein in die Brautschau der Königsfamilie: die vier Prinzen müssen heiraten und eine Brautschau, ähnlich einer Castingshow, soll die geeigneten Kandidatinnen zu Tage fördern – Zickenkrieg und charmante Liebesgeschichten inklusive …

Mir hat der humorvoll geschriebene Roman gut gefallen. Ich fand es passend, dass die Liebesgeschichte um die Hauptfigur sich langsam und somit auch glaubwürdig aufbaut, aber auch, dass es neben der Romanze noch genug andere interessante Begebenheiten und Erlebnisse gibt. Das macht die märchenhafte Geschichte abwechslungsreich und lebensnah. Gegen Ende des Romans gibt es noch einige unerwartete Wendungen, die einen mitfiebern lassen.

Anscheinend war es das Märchen Cinderella, das für diese Geschichte Pate gestanden hat, Feen und anderes magisches Märchenpersonal kommen hier aber nicht vor.

Für Fans von Märchen wie Aschenputtel oder Dornröschen bestens geeignet.

„Sept jours pour une éternité“ von Marc Levy

Der deutsche Titel dieses (angeblichen) Jugendromans lautet Sieben Tage für die Ewigkeit, was eine wörtliche Übersetzung des französischen Titels darstellt. Ich persönlich finde, dass man das Buch auch als nicht mehr Jugendlicher noch sehr gut lesen kann. 😉

Es geht in diesem gut zu lesenden Roman um nichts weniger als den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, Engel und Teufel, handlich verpackt in einer romantischen Liebesgeschichte.
Die Handlung, die einige vorhersehbare, aber auch unerwartete Wendungen hat, entspinnt sich im modernen San Francisco, das immer wieder anschaulich und in vielen Facetten beschrieben wird. Ich persönlich hätte mir nur gewünscht, dass die Liebesbeziehung zwischen den beiden Hauptfiguren etwas motivierter ist. Es kommt, meiner Meinung nach, nicht so gut raus, was Zofia und Lucas eigentlich am jeweils anderen so sehr reizt. Warum das so ist, wird zwar am Ende noch erklärt, trotzdem hat es mir gefehlt.

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Nichtsdestotrotz ist Sept jours pour une éternité ein charmanter Liebesroman mit einem wunderbaren Herzschmerz Happy End, der (als Jugendroman) ganz ohne Erotik auskommt.

„L’échappée belle“ von Anna Gavalda

Den schmalen Roman (deutscher Titel: Ein geschenkter Tag) habe ich vor einigen Jahren in einem kleinen Laden in Calais gekauft und völlig vergessen, dass ich ihn habe – bis ich ihn letzte Woche beim Stöbern aus dem Regal gezogen habe. 😀 Der Klappentext klang nach Freude, Sommer und Lebenslust, weshalb mir das Buch als geeignete Lektüre erschien.

L’échappée belle erzählt vom Treffen vier erwachsener Geschwister, die sich eine schöne Zeit machen und sich unter anderem ihrer Kindheit erinnern, statt an einer steifen Hochzeit teilzunehmen. Typisch französisch geht es nicht nur darum, was sie tun, sondern auch, wie sie sich fühlen, sich selbst und ihr Leben wahrnehmen und welche Wünsche sie für die Zukunft hegen. Am Ende spielt ein herumstreundender Hund noch eine wichtige Rolle für das Leben der Hauptfigur.

Wer Romane mit einem durchstrukturierten Plot liebt und von Anfang bis Ende in Atem gehalten werden möchte, der sollte sich besser ein anderes Buch suchen. Wer beim Lesen gerne auch mal über das Leben philosophiert, der findet hier einen schön geschriebenen, leichten Frühlingsroman mit vorsichtig optimistischem Happy End.

 

„Hexenhammer“ von Jane Stanton Hitchcock

Damals mit 14, als ich mir das Buch kaufte, hat es mich total überfordert. Ich habe mehrfach versucht, es zu Ende zu lesen, bin aber jedesmal gescheitert. Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, warum ich jetzt, 20 Jahre später, den spannenden Thriller innerhalb von wenigen Tagen verschlungen habe.

Ich denke, mir haben damals mehrere Aspekte des Buches beim Lesen Probleme bereitet:

– komplizierte zwischenmenschliche Beziehungen zwischen den Charakteren
– einige härtere Erotikszenen
– Gewalt und Brutalität vor allem im letzten Drittel des Buches
– einige längere Passagen mit viel Hintergrund-Info, die den Erzählfluss verlangsamen.

Diesmal hat mich der Roman allerdings gepackt. Vor allem zu Beginn erinnerte er mich  ein bisschen an den Film Die neun Pforten (1999) mit Johnny Depp.
Hexenhammer kreist um das gleichnamige, real existierende Schriftstück aus dem 16. Jahrhundert, das als Grundlage der Hexenprozesse diente, sowie ein Zauberbuch der schwarzen Magie und den finsteren Machenschaften einer erzkonservativen Geheimgesellschaft. Deren Ränkespiele aufzudecken hat sich die Hauptfigur, Beatrice – so benannt nach Dantes Göttlicher Komödie – auf die Fahnen geschrieben.

Hexenhammer ist ein Buch für Menschen, die sich gerne mit okkulten und historischen Themen beschäftigen und vor harten Psychothrillern nicht zurückschrecken.

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„Der Prinz der Feen“ von Gaby Wohlrab

Dieser Titel ist am Wochenende auf meinem e-book-reader gelandet (man sollte überhaupt nie Buch-Vorschläge durchstöbern, nie!) und wurde innerhalb eines Tages durchgelesen.

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Der Prinz der Feen ist eine märchenhafte Geschichte um ein verwunschenes Königreich, eine mutige Heldin und das zauberhafte Feenreich, wo es an sagenhaften Märchengestalten nur so wimmelt. Vor allem die Teile der Geschichte, die im Reich der Feen spielen, haben mir gut gefallen, einfach weil dieses magische Land so schön beschrieben wird. Auch einige Wendungen der Handlung kamen für mich unerwartet, was nur für das Buch spricht.

Ein bisschen hat mich der Anfang an den alten Märchenfilm Drei Haselnüsse für Aschenbrödel erinnert, der auch nach all den Jahren immer noch charmant und zauberhaft ist und meines Wissens nach viele Fans hat.

Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, da er meiner Meinung nach eine gute Mischung aus Märchen und Romanze ist, ohne ins Kindisch-Kitschige abzudriften. Märchenfans sollten sich das Buch definitiv einmal genauer ansehen.

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Auch als Print-Ausgabe verfügbar.