Schlechte Stimmung

Besagte schlechte Stimmung verbreite nicht ich, sondern der Buchmarkt leidet darunter. Es werden nicht mehr so viele Bücher verkauft, wie es die Läden gerne hätten. Der e-Book Markt sei schuld daran, klagen die einen, ein großer nicht namentlich genannter Internet-Versandhändler sei die Ursache, jammern die anderen.

Vielleicht sind die Menschen in den letzten Monaten auch nur endgültig verdummt, verführt vom Berieselungs-TV, bei dem man sein Hirn nicht bemühen muss …

Genug der Ironie. Ein wesentlicher Grund für die Unzufriedenheit des Buchhandels liegt wohl an einem Überangebot von Läden bzw. Ladenfläche. Die großen Ketten haben im Laufe der letzten Jahre immer mehr und immer größere Filialen eröffnet, doch die Kunden kaufen deshalb nicht mehr; sie verteilen sich nur weitläufiger auf die einzelnen Geschäfte. Das Zauberwort heißt nun: Ladenfläche reduzieren. Wir dürfen uns also wohl auf eine räumliche Veränderung unserer Buchläden einstellen.

Meine persönliche Erfahrung zeigt jedenfalls, dass viel gelesen wird; gehe ich am Wochenende in einen Buchladen, ist er vollgepackt mit bibliophiler Kundschaft. Die Schlangen reichen mehrere Meter weit von der Kasse bis zu den Regalen, vor allem in der Weihnachtszeit. Da stand ich auch schon mal bis zu 15 min an, um ein Buch zu bezahlen. Viele Kunden tragen nicht nur ein einziges Büchlein zur Kasse, nein, sie schleppen einen Stapel mit 3 bis 5 Büchern an, darunter Bildbände und gebundene Bücher.

Deutschland – kein Land mit zu wenigen Lesern, aber vielleicht mit zu vielen Buchläden?

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