Über das Schreiben von Kurztexten III – haikus

Wenn ich schon öfter darüber schreibe, sollte ich vielleicht einmal klarstellen, was ein haiku eigentlich ist. Ein haiku ist eine japanische Form der Lyrik, ein Kürzestgedicht, könnte man auch sagen.

Ein haiku besteht aus drei Zeilen, die sich aus exakt 17 Silben zusammen setzen. Die erste Zeile umfasst fünf Silben, die zweite sieben und die letzte wieder fünf. In seiner Kürze erzählt ein haiku eine abgeschlossene Geschichte oder Begebenheit. Dies funktioniert nur, wenn der Autor jedes Wort präzise, wohlüberlegt und mit Bedacht wählt.

Oft beschreiben haikus ein Naturschauspiel. Eine Eigenart der Textgattung – auch durch die Kürze bedingt – besteht darin, dass nicht alles explizit geäußert wird, was das Gedicht ausdrücken will. Erst im Erleben des Lesers entsteht der vollständige Zusammenhang, die komplette Geschichte.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich das japanische haiku auch in Europa verbreitet.

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