Warum brauchen wir einen Schurken in unseren Texten?

Gute Frage.

Schurken sind unsymphatisch, ärgern unseren Helden und sind doch eigentlich völlig überflüssig – ohne sie hätte niemand Probleme. Genau das. Eine langweilige Geschichte wäre das, in der niemand Probleme hat oder Konflikte lösen muss. Diese Geschichte müsste man nicht schreiben, weil es nichts zu schreiben gäbe.

Der Bösewicht motiviert unseren Helden, er ist quasi der Grund für sein Handeln. Der Bösewicht macht den Helden erst zum Helden. Ohne ihn wären ja alle glücklich und zufrieden, der Held wäre also arbeitslos.

Der Bösewicht bringt die Geschichte ins Rollen, löst einen Konflikt aus. Er ist der Gegenspieler zum Guten, er kontrastiert ihn.

Halt! werden jetzt vielleicht einige rufen. In modernen Texten gibt es oft gar keinen Schurken mehr. Richtig. Hier sitzt der Schurke oft in uns selbst. In modernen Texten kämpfen die Hauptfiguren oft gegen sich selbst, oder zumindest einen Teil ihres Selbst. Zweifel und Ängste. Komplexe. Schlechte Eigenschaften. Die Bösewichte sind immer noch da, nur ein wenig verinnerlicht. Psychologisch interessanter. Verschwunden sind sie nicht – sonst hätten wir ja keinen Konflikt, also auch keine Handlung …

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